Tagebuch

Das Tagebuch ist eine chronologisch geordnete Sammlung von Aufzeichnungen über Eindrücke, Erlebnisse, Ereignisse, Beobachtungen und anderes mehr. Die einzelnen Eintragungen haben jeweils ein Datum; sie sind fast immer in der Ich-Form geschrieben. Tagebücher können nur für die eigene Erinnerung, für den eigenen Gebrauch geschrieben sein. Sie können aber von Anfang an auch für eine spätere Veröffentlichung konzipiert sein; dann sind sie nicht nur Selbstgespräche, dann haben sie den Leser als Adressaten. Beispiele dafür sind die Tagebücher von Friedrich Hebbel, Thomas Mann oder Max Frisch. Tagebücher als eine Erzählform (Autobiographie, Memoiren, Chronik) sehr persönlicher Art können schließlich auch Bestandteil literarischer Erzähltexte (Ich-Erzählung) sein: Johann Wolfgang von Goehte „Die Wahlverwandschaften“, 1809; Wilhelm Raabe „Die Chronik der Sperlingsgasse“, 1856; Max Fritsch „Stiller“, 1954.

Quelle: Auf einen Blick – Literarische Grundbegriffe C.C.Buchner