Was fasziniert an der Kurzgeschichte? Doch nicht etwa nur die Kürze. Mal schnell eine Kurzgeschichte geschrieben, schon kann man sich Autor nennen? Sicher nicht. Gerade bei dieser Art trifft die Redewendung zu „in der Kürze liegt die Würze “ Auch wenn Kurzgebratenes recht lecker schmeckt, so ist eine zu kurz gebratene Geschichte alles andere als schmackhaft. Dabei ist es so leicht. Achtet einfach auf ein paar hilfreiche Zutaten und schon habt ihr ein gewürzte Kurzgeschichte.

Alles was eine Kurzgeschichte ausmacht, ohne das diese Aufzählung den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sind folgende Merkmale:

  • Häufig handelt es sich um einen sehr geringen Umfang des Textes → Textlänge = Kurz
  • Ohne Umschweife starten wir in die Geschichte, es erfolgt also kein ausschweifender Einstieg ins Geschehen und eher selten erfolgt eine längere Einleitung
  • Die Handlung ist sehr knapp und beschreibt meist Themen aus dem Alltag des Protagonisten
  • Zeitsprünge sind selten, alles geschieht im hier und jetzt bzw. die erzählte Zeit ist chronologisch und linear
  • Über den handelnden Charakter erfahren wir wenig in der Breite. Nur einen Charakterzug wird genannt und der geht in die Tiefe
  • Ganz wenige handelnde Personen stehen überhaupt im Mittelpunkt der Kurzgeschichte
  • Die überraschende Wendung wird von einer Pointe begleitet
  • Der Erzählzeitraum ist eher kurzgefasst, es geht nicht über Monate oder gar Jahre, oft sind es nur Minuten oder höchstens Stunden
  • Helden sind selten in Kurzgeschichten. Meistens handelt es sich um Personen aus dem Alltag.
  • Im Mittelpunkt der kurzen Geschichte steht immer ein zentrales Ereignis
  • Der Leser einer Kurzgeschichte muss sich die begleitenden Umstände der Geschichte selbst anhand von Metaphern (nicht zu vielen) und Leitmotiven erschließen
  • Erklärungen oder Konkretisierungen bleiben oft aus
  • Auch fehlt es an der Nennung von Orten und Schauplätzen. Die Leser erfahren also selten, wo die Kurzgeschichte wirklich spielt
  • Die Leser sollen die Geschichte selbst beurteilen. Es darf keine beurteilenden Formulierungen geben
  • Der Erzählstil ist mehr personal als auktorial
  • Der Schluss der Kurzgeschichte bleibt meist offen

Schon klappt das mit dem köstlichen Kurzgebratenen. Auf die Einzelnen Parts gehe ich später noch ein.

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Andre

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